Als sie das Haus zum ersten Mal betraten, stand in der Küche noch das Geschirr vom letzten Mittagessen — zwölf Jahre alt, unter einer Staubschicht.

Vier Erwachsene hatten es gemeinsam gekauft, nach zweijähriger Suche und drei geplatzten Finanzierungen. Heute leben sieben Menschen darin, zwischen sechs und einundachtzig Jahren.

Die drei Regeln

Auf die Frage, was den Unterschied gemacht habe, nennen alle Beteiligten dieselben drei Punkte — und alle drei klingen unromantisch.

  1. Jede Partei hat eine abgeschlossene Wohneinheit mit eigener Küche. Gemeinschaft ist ein Angebot, keine Pflicht.
  2. Alle Ausgaben über 500 Euro brauchen Einstimmigkeit. Das verlangsamt Entscheidungen und verhindert Überstimmung.
  3. Es gibt einen schriftlichen Ausstiegsmechanismus, verhandelt vor dem Einzug, als noch alle guter Dinge waren.
Der Ausstiegsvertrag war das unangenehmste Gespräch und im Nachhinein das wichtigste. Wer nicht darüber reden will, wie man auseinandergeht, sollte nicht zusammenziehen.

Was nicht funktioniert hat

Der gemeinsame Garten wurde zweimal geplant und zweimal nicht umgesetzt. Die gemeinsame Waschküche führte im ersten Jahr zu mehr Konflikten als alle Bauentscheidungen zusammen.

Inzwischen gibt es zwei Waschmaschinen und einen Belegungsplan an der Wand. Die Bewohner beschreiben das als „die unelegante Lösung, die funktioniert".